Joko hat Recht. Wir sind gerade so ungewohnt sentimental, weil wir uns Unmengen an Kilometern von zuhause entfernt befinden. Die Adventzeit (ist gleich Familienzeit, nur zur Erinnerung) wirkt da dann dreimal so intensiv. Auch wenn sie einem sonst egal ist. Mir zum Beispiel. War nie ein Weihnachtsfan. Also schon, mit sechs Jahren, früher halt. Werde nie einer sein. Was wahrscheinlich auch daran liegt, dass meine Eltern und ich uns sowieso ganz oft gemeinsam an einen Tisch setzen, wir müssen am 24.12. also nichts nachholen oder gutmachen. Deshalb Weihnachten für mich bedeutungslos.
Im Grunde bin ich aber ganz froh über die Nebenerscheinungen. Glühwein auf Weihnachtsmärkten, Kekse backen. Obwohl es ja auch schon Zeiten gegeben haben soll, in denen wahlweise im Oktober oder im Februar Alkoholbrühe am Küchenherd köchelte. Und backen, ein Ganzjahresgeschäft für mich.

Weihnachtsbaum Muenchen Parlament

Trotzdem Sentimentalität. Ich bemerke schon, dass ich heuer an den Dezember-Wochenenden eben nicht mal schnell auf Besuch bei den Eltern bin. Laufe ich dann durch ein geschmücktes und daher eigentlich recht hübsches München, verschneit und ruhig, überkommt sogar mich etwas Melancholie. So ein Adventsonntag im kleinen Kaff, vor dem Kamin und wie früher Kataloge nach Geschenken durchblättern, irgendwie hätte ich gerade nichts dagegen einzuwenden.