girl running alone

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Ich weiß jetzt, woran es liegt. Dass ich an manchen Tagen meine Isar-Lauferei richtig genieße nämlich. Anstatt die Sekunde zu verfluchen, in der Sport erfunden wurde. In den letzten Wochen hat mich mein Training mehr genervt als mich gut fühlen zu lassen. Aber dann. Etwas weniger Kälte als sonst, die Füße fit, die Muskeln warm und die Atmung regelmäßig. Schön und gut. Aber – und das ist der entscheidende Punkt, warum sich Sportstunden in der Wahrnehmung so sehr unterscheiden – die Kilometer, in denen ich mit meinem Kopf nicht bei der Sache bin, nicht über die Laufstrecke und ihre Länge nachdenke oder über eine fröstelnde Nase, die sind die guten. Immer dann wenn ich mich auf anderes konzentrieren kann, nachdenken, dann läuft es sich wunderbar. Sechzig Minuten, die nur mir gehören und die absolut ausreichen, um über den Stand der Dinge zu sinnieren. Unbemerkt schneller werden, weil sich gerade etwas in den Vordergrund gedrängt hat, das wütend macht. Plötzlich am Umkehrpunkt des Weges sein, weil verloren in der Pro- und Contra-Liste, die gedanklich aufgestellt wurde. Und ehe ich mich versehe, bin ich wieder zuhause und glücklich.