Man würde denken, der anhaltende Regen erleichtert den Abschied. Weit gefehlt. Ich möchte mir lieber hier die Füße unfreiwillig nass machen, als in Graz bei der ersten schlimmen Hitzewelle des Jahres auszutrocknen. Außerdem hat das gute Oslo heute noch einmal all seine Klamottenlädengeschütze aufgefahren und mir wieder einmal gezeigt, welch großartige Modewelt ich verlassen muss. Das tut weh. Und sowieso. Auch seine besonders großen und bärtigen männlichen Einwohner hat die Stadt heute stolz und mit raus gestreckter Zunge präsentiert. Und mir das süßeste norwegische Kind in der U-Bahn gegenüber gesetzt. Nach vier Stationen waren wir so gut befreundet, dass der kleine blonde Knirps mit seinen Fingerchen Spinnenbeine auf meinem Arm nachgestellt hat. Zwei Tage und mir fallen immer mehr Dinge ein, die mir zuhause ziemlich sicher die Decke auf den Kopf fallen lassen werden.


Oh, Erlend.