Göteborg

Göteborg ist eine seltsame Stadt. Mit unglaublich unsympathischen Teilen und furchtbar schönen, dazwischen gibt es nichts. Außer veraltete Haltestellen, die oft keine Anzeigetafeln oder Fahrpläne haben, und wenn doch, hängen sie im ersten Häuschen an der Wand, damit man sie ja nicht sehen kann. Andererseits hat man in Schwedens zweitgrößter Stadt beim Warten auf öffentliche Verkehrsmittel ohnehin genug Zeit, weil so richtig raus haben sie dort den Dreh mit den höchstens fünf Minuten Wartezeit noch nicht. Und sowieso. Die Göteborger Straßenbahnen, ein Grauen. So alt, dass sich die Türen nicht von selbst öffnen und man beim Versuch einzusteigen, beinahe von ihnen durchtrennt wird.

Aber diese eine Gegend, rund um die Linnégatan, die ist traumhaft. Große, schwere, alte Häuser mit kleinen Vorgärtchen, wie man es aus New-Yorker-Serien kennt. Auf die Dauer ist der einsame Stadtteil dann aber doch zu wenig und zu teuer, um Umzugskartons nach Göteborg und nicht ins großartige Stockholm zu schippern.
Ich kann mir trotz allem nicht erklären, warum ich keine Verbindung zur Stadt herstellen konnte. Immerhin hat sie mir eine meiner Lieblingsbands live beschert, das Wetter war toll und die Riesenzimtschnecken lecker. Und Göteborg liegt in Schweden. Doch letzteres bietet mir, zumindest nach dem Besuch drei völlig unterschiedlicher Städte, nur eine reizvolle neue Heimat, die Hauptstadt mit ihren Brücken, der Hektik und den beneidenswert bezaubernden Menschen.