Letztens war ich, um auch in Norwegen meine Liveauftritts-Quote zu halten, auf einem Konzert. Abgesehen von der musikalischen Seite – tolle Band, tolle Show, ich war sehr zufrieden, nur der Merch war wieder einmal etwas zu teuer – war der Abend eine erneute Demonstration davon, dass ich viel zu oft viel zu seltsame Menschen anziehe. Aber ungut seltsam. Immer, i-m-m-e-r, platzieren sich auf Konzerten die dümmsten und nervigsten Duos vor mir; die Idioten kommen nämlich noch nicht einmal alleine, nein, sie müssen i-m-m-e-r ihre noch bescheuertere bessere Hälfte mitbringen.

Vergangenen Mittwoch zum Beispiel, da wurde ich von Oslos unattraktivstem Pärchen visuell belästigt. Die beiden konnten weder tanzen, noch stehen, ersteres dürfte ein Normalzustand sein, das andere führe ich auf den Alkoholpegel der Plastiknasen zurück, außerdem klebten sie einander im Gesicht und betatschten sich äußerst unerotisch. Direkt vor mir. Und das Problem mit dem Ekelpaar und den anderen Konzert-Idioten ist jedes Mal das gleiche: Sie sehen einfach nicht ein, wie unpassend ihr Verhalten ist. Selbst wenn man sie darauf anspricht, machen sie weiter, als gäbe es keine Leute in ihrem Umfeld, die sich den wütenden Schlagzeuger gerne in Ruhe anschauen würden. Gilt natürlich auch für Mr. und Mrs. Grind. Die zwei haben mich, auf meine Bitte, sie sollen sich in eine dunkle Ecke verziehen, da sie ohnehin keinen einzigen Blick auf die Bühne werfen, ein wenig verständnislos angesehen, kurz zu den Musikern geblickt, um sich schließlich wieder einander zu widmen.

Ich weiß, wenn mich das Ekelpaar und ihre Verwandten stören, kann ich mir einen anderen Platz suchen. Habe ich letzten Endes auch getan. Nur wenn man den perfekten Ort in einer Konzerthalle gesucht und gefunden hat – was ich im Übrigen immer ziemlich schwer finde, ich bin ja eher klein und will trotzdem die komplette Übersich über alles – will man sich nicht vertreiben lassen. Das dauert dann immer, kostet neben Zeit auch Nerven, und man stört unabsichtlich die anderen Besucher, an denen man sich auf der Suche nach einem neuen Platz vorbeidrängt. Außerdem gibt es keine Garantie, dass man auf der anderen Seite der Bühne nicht auch früher als später erneut belästigt wird. Schon gar nicht, wenn man scheinbar ein Magnet für etwaiges Gesindel ist. Menschen, furchtbar.