Wenn man das Wort „Trotz“ googelt, und ich meine das Hauptwort, nicht irgendwelche kleinen Abwandlungen davon, dann werden einem mehrere Millionen Treffer aufgelistet. Bei „Trotzreaktion“ sind es nur mehr mehrere tausend Ergebnisse. Was die beiden Suchanfragen neben fünf Buchstaben gemeinsam haben: Schon in den ersten Zeilen der Artikel kommt mehrmals das Wort „Kind“ vor. Ich fühle mich diskriminiert.

Trotzki nder
(via)

Weil ich kein richtiges Kind mehr bin, aber auch trotzig sein kann. Und das ziemlich sicher besser als die kleinen Mädchen und Buben, die einfach ihre Unterlippe vorschieben, kein Wort mehr sagen und wütend mit ihren Füßchen auf den Boden stampfen. Ich bin trotzig auf viel höherem Niveau. Weil ich im Gegensatz zu ihnen weiß, dass es unangebracht und kindisch/nicht meinem Alter entsprechend ist, dass es mir in der Lage, die mich so mürrisch macht, nicht weiterhilft. Es aber dennoch mache.
Ich kann gerade jetzt zum Beispiel sehr gut einschätzen, wie eigensinnig ich bin. Und ungerecht. Wie wenig tolerant. Wie ungeduldig. Trotz-dem kann ich nicht anders. Es ist in meinem derzeitigen Weltverständnis nur fair, wenn ich Dinge tue, die nicht ganz richtig sind, wenig durchdacht oder ganz durchdacht aber die Nachteile werden verdrängt, die gewisse Menschen vielleicht ein wenig verletzen, bei denen andere den Kopf schütteln.

Der Kerl, den ich meinen besten Freund nenne, der kann mit meinen Trotzreaktionen umgehen. Der lässt mich machen, auf die Nase fallen und hilft mir dann wieder auf. Oder sagt mir einfach, dass ich das kindische Verhalten ausnahmsweie sein lassen soll. Dieses Mal hat er mir den Trotz erlaubt.