Seit zwei Tagen schlittere ich auf Oslos Straßen dahin. Unsicher darüber, ob ich mich mehr auf die vereisten, verschneiten Gehsteige konzentieren soll, um mir nicht alles an Knochen zu brechen, was da ist; auf den Verkehr, bei dem ich die Befürchtung habe, dass seine Teilnehmer im Notfall zwar rechtzeitig bremsen, aber nicht rechtzeitig stehen bleiben können; oder auf die Stadt selbst, die unglaublich bezaubernd ist. Hauptsache aber, ich schaue nur halbherzig auf den Stadtplan, den ich ja leider noch brauche, und stehe plötzlich im Hafen anstatt vor der Universität. In dunkelster Dunkelheit am frühen Morgen, immerhin mit einem warmen Kaffee in der Hand. Ab morgen wird aber alles anders. Da präge ich mir auf einem Spaziergang jede Gasse samt Ecke ein. Oder auch nicht. Weil ich nämlich zu beschäftigt mit den zwei roten Ampelmännchen bin, dem Auto, das in meine Richtung rast und ganz sicher auch von der Musik aus den Kopfhörern abgelenkt werde. So ein Leben im Norden ist kein Zuckerschlecken.

Update: Hier nun ein Bild der aufregenden Straßen- und Gehsteigverhältnisse.