Die Tage bis Oslo kann ich an einer Hand abzählen. Aber je weniger Finger ich dafür benötige, desto mehr verzichte ich auf jegliches Nachrechnen. So viel dazu.
Mehr dazu. Diese ganze ins-Ausland-ziehen-Sache hat zwischenmenschlich etwas sehr Interessantes an sich. Etwas fast schon Nützliches. Mein Beziehungsleben räumt sich von selbst auf. Was dort gut ist, wo es schon längst notwendig war. Notwendig im Sinne von unumgänglich, weil der Kontakt ohnehin nur mehr wenig oder nicht vorhanden war. Unter normalen Umständen bin ich nämlich viel zu emotional und anhänglich, um über derart radikale Dinge nachzudenken. Damit will ich nicht sagen, dass es mir im Moment nichts ausmacht. Im Gegenteil. Aber es erleichtert zumindest den Abschied, der in Wirklichkeit gar keiner ist, weil er nicht stattfindet.
Interessant auch, dass man sich seiner Gefühle generell bewusster wird. Auch der guten. Also den Gefühlen, die wehmütig, sehnsüchtig, traurig machen. Und damit bin ich wieder beim Ignorieren der genauen Anzahl der Tage, die ich noch in Graz verbringen werde.