(Foto: Johanna Kompacher)

Und da war dann das rote Sofa, das mich seit fünf Semestern verfolgt, weil es in der genau selben Farbe und Form auf der von mir besuchten Bildungseinrichtung steht. Irritierend, weil ich mich ausnahmsweise nicht in letzterer befunden habe, sondern in einem Kämmerchen hinter der Gasometer-Bühne. Aber es gibt halt Dinge im Leben, die lassen einen nicht los beziehungsweise nicht in Ruhe. Macs sind da auch so ein Beispiel, allerdings meistens ein positives. Beim am roten Sofa angrenzenden Apple-Tischtuch bin ich mir zwecks Kategorisierung nicht sicher, weil dieses mir nur einen kleinen Platz für des Vorreiters schickes Aufnahmegerät gelassen hat und ich mir so leichte Sorgen bezüglich der Tonaufnahme machen musste. Ist aber doch irgendwie alles gut gegangen, denke ich. Editors-Schlagzeuger Ed Lay zumindest plauderte im entzückenden britischen Akzent und war furchtbar sympathisch. Bei Chris Urbanowicz bin ich mir hingegen unsicher, ob er müde, genervt, schüchtern war, oder nur einen schlechten Tag hatte. In Wirklichkeit, glaube ich, ist er einfach nur traurig, dass er auf der Bühne jetzt den Synthesizerer geben muss und seine Gitarre nur mehr selten in die Hände bekommt. Armer Junge.
Weil die fehlenden Gitarren in den „In this Light and on this Evening“-Liedern sind am anschließenden Konzert schon sehr aufgefallen. Mir jedenfalls. Zugegeben, live klappt die Synthie-Sache ganz gut, aber sie konsequent aufs Album zu packen, hätte meiner Meinung nach nicht sein müssen. Dass auch keine der britischen Männergruppen je auf mich hört. Ansonsten mag ich mich gar nicht allzu sehr beschweren, weil die guten Editors waren toll, haben sich Mühe gegeben und meine Lieblingslieder mit Hingabe gespielt. Außerdem fallen mir nicht sehr viele Musiker ein, die eine ähnlich beeindruckende Stimme wie der Sänger haben, eine solche Bühnenpräsenz und – aber das darf man ja nicht sagen, schon gar nicht als Mädchen – der Editors-Sänger ist auch schön anzuschauen.