KLICKEN. Dort geht es erst einmal weiter. Hier wird es wohl noch eine Weile ruhig bleiben. Ich weiß nämlich nicht so recht.

sad girl crying

(via)

Das Alter. Oder die Erfahrung. Eines von beiden erleichtert mir mein Beziehungsleben gerade. Wobei sich gerade auf den Zeitraum seit März beziehungsweise Juni bezieht. Und Beziehungsleben auf Männerangelegenheiten, klar. Wobei die Verbindungen zu jenen Kerlen gemeint sind, die ich entweder heimlich anschmachten muss, oder halt auch die, die offen zugegeben werden können. Die voll lieblicher Gefühle, Glocken im Himmel, Flugzeuge im Bauch, blablabla. Also keine.

but now that I’m older
my heart’s colder
and I can see that it’s a lie (w. b.)

Das Alter. Ich bin kein ganzes Kind mehr. Es haut mich nicht mehr alles aus meinen Socken, nicht jeder gerade gezogene Scheitel beeindruckt mich. Obwohl. Sogar Konzerten von Lieblingsbands fehlt manchmal das bisschen Aufregung, das mich vor sieben Jahren in der maximal zweiten Reihe kreischen hat lassen. Weil auch alles, das sich irgendwie mal wiederholt, zur Gewohnheit wird. Ehe man sich versieht nämlich. Verliebt sein, been there, done that. Da braucht es dann, je älter man wird, mehr als einen Mann, der aufrecht stehen kann, in ganzen Sätzen spricht, dabei witzig ist, aber nicht zu arrogant. Aller Bequemlichkeit zum Trotz, Ansprüche müssen sein und bleiben, Kinder. Auch wenn Teile des Freundeskreises auf beeindruckende und erschreckende Weise beweisen, dass man sich auch mit weniger begnügen kann und zufrieden sein, wenn man nur ganz fest und lange daran glaubt.
Die Erfahrung. Die hat gezeigt, dass Experimente immer eher schief- als gutgehen. Gerne auch, wie falsch man in seinem Urteilsvermögen liegen kann. Wenn meine Meinung, nein, meine Gefühle dank meines Beziehungsverstands in der Vergangenheit, sagen wir, der Neusiedler See waren, die Realität lag am Bodensee. Für uns Österreicher Welten. Irgendwann hat dann auch der geduldigste Mensch, und das bin ich nicht, keine Lust mehr, die Strecke zu bewältigen, die Anstrengungen zu ertragen. Deshalb: Einfaches Beziehungsleben, weil gerade keine Erwartungen, nur Genervtheit. Resignation will ich es noch nicht nennen, wäre unwahr und ein wenig erbärmlich.
Alter. Erfahrung. Pure Einbildung könnte es allerdings auch sein.

“Sure I can accept that we are going nowhere – but one last time let’s go there.”

Oh boy, so true. Just found/thought about it again, when skipping through music. Wish he would still do songs like this.

I have fallen in love again. Yesterday. One could have expected it. A Swedish band. A tall, bearded guitarist. Having a nice voice as well. Not too skinny. Typical hardcore-postrock-indie-boy. Very handsome. And, uhm, talented.

EF guitarist

(via)

Den Tag vor genau einem Jahr habe ich in München verbracht. Würde ich es genau nehmen, bestand der Tag größtenteils aus Autofahrten, Graz-München, München-Graz, ich war also nirgends wirklich lange, außer eben am Beifahrersitz. Aber die fünf, sechs Stunden zwischen der Fahrerei gehörten wirklich ganz der Isar-Metropole. (Ich frage mich gerade, Isar-Metropole – ist das eigentlich das deutsche Pendant zu Mur-Metropole?)
Und ich kann mich noch erinnern – sowieso könnte ich den sechsten Dezember Zweitausendundneun absolut detailgetreu nacherzählen, man weiß warum –dass ich mich die ganze Zeit gefragt habe, wie es sein wird, wenn ich hier richtig lebe und arbeite. Zum einen weil wir am besagten Tag geschätzte fünfhundert Nahtoderfahrungen machen durften, die bayrischen Radfahrer halt. Ich war etwas besorgt, wie mein makelloses Aussehen mein Exil hier verkraften würde. (Ganz gut. Bin jetzt selbst einer der rücksichtslosen Biker und fahre täglich eine Gruppe Kindergartenkinder über den Haufen.) Zum anderen weil ich Organisationsfreak schon seit hundert Jahren wusste, Praktikumszeit ist Münchenzeit. Und zum noch anderen bin ich grundsätzlich sehr neugierig, bewegt sich aber alles im Rahmen eine Klatschjournalisten, würde ich meinen. Auf alle Fälle habe ich beim Spazieren durch die Stadt Szenarien durchgedacht, wie sich mein Leben innerhalb der paar Monate verändern wird. Oh Mann. Viel falscher hätte ich fast nicht liegen können. Nicht weil sich an den großen Dingen so viel geändert hätte, gleiche Wohnung, gleiche Freunde, alles da, es waren die mittleren Sachen, die jetzt anders sind, neue Gewohnheiten und so. Mit doch einer riesigen Ausnahme. Vor genau einem Jahr sind wir durch den Weihnachtsmarkt spaziert und haben Pläne geschmiedet. Jetzt klettere ich alleine durch die Masse und habe keine vernünftigen Zukunftsideen mehr.

Joko hat Recht. Wir sind gerade so ungewohnt sentimental, weil wir uns Unmengen an Kilometern von zuhause entfernt befinden. Die Adventzeit (ist gleich Familienzeit, nur zur Erinnerung) wirkt da dann dreimal so intensiv. Auch wenn sie einem sonst egal ist. Mir zum Beispiel. War nie ein Weihnachtsfan. Also schon, mit sechs Jahren, früher halt. Werde nie einer sein. Was wahrscheinlich auch daran liegt, dass meine Eltern und ich uns sowieso ganz oft gemeinsam an einen Tisch setzen, wir müssen am 24.12. also nichts nachholen oder gutmachen. Deshalb Weihnachten für mich bedeutungslos.
Im Grunde bin ich aber ganz froh über die Nebenerscheinungen. Glühwein auf Weihnachtsmärkten, Kekse backen. Obwohl es ja auch schon Zeiten gegeben haben soll, in denen wahlweise im Oktober oder im Februar Alkoholbrühe am Küchenherd köchelte. Und backen, ein Ganzjahresgeschäft für mich.

Weihnachtsbaum Muenchen Parlament

Trotzdem Sentimentalität. Ich bemerke schon, dass ich heuer an den Dezember-Wochenenden eben nicht mal schnell auf Besuch bei den Eltern bin. Laufe ich dann durch ein geschmücktes und daher eigentlich recht hübsches München, verschneit und ruhig, überkommt sogar mich etwas Melancholie. So ein Adventsonntag im kleinen Kaff, vor dem Kamin und wie früher Kataloge nach Geschenken durchblättern, irgendwie hätte ich gerade nichts dagegen einzuwenden.

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